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Geissfuss * Giersch

geissfussDer Geissfuss oder Giersch ist einer der besten Wildgemüsearten. Obwohl er in den Kräuterseminaren oder bei Wanderungen im Laufe der Jahre oft als einer der 1. genannt wurde, habe ich lange Zeit mit dem Giersch meine Probleme gehabt. Da ist so viel in der Natur einfach grün, hat Blätter. Deswegen war der Giersch für mich Jahr für Jahr fremd, bis ich ihn spätestens letztes Jahr in mein Herz gelassen habe. Oder vielmehr, der Geissfuss hat auch mir gegenüber sein Gesicht gezeigt 🙂

Viele Gärtner, die alles geformt und gepflegt haben wollen, bezeichnen den Giersch als lästiges Unkraut. Dabei ist es eine wundersame Pflanze, v.a. im Frühjahr, wenn die kleinen zarten grünen Blätter auftauchen. Und er ist soooo hartnäckig. Das liegt an den langen Erdsprossen, womit er sich fortplanzt und immer weiter Kolonien bildet. Im Grunde ist der Giersch nahezu ganzjährig vorhanden, wenn nicht gerade Schnee liegt. Und jeder Gärtner könnte neben dem Charakter als fantastisches Gemüse das Pflänzlein als Mulch nutzen.

Der Giersch gehört zu der Familie der Doldenblütler. Zu dieser Familie gehört auch die Petersilie oder die wilde Möhre und unsere kultivierte Karotte, aber auch giftige Pflänzchen wie z.B. der gefleckte Schierling  bestimmen die Familie. Erkennbar sind die immer wieder auftauchenden weißen Dolden im fortgeschrittenen Stadium, die Blüten, die sich kennzeichnend durch die vielen kleinen Döldchen beschreiben lassen. Diese blühen zwischen Juni und August. Im späteren Stadium kommen kleine Samen, die als Gewürz verwendet werden können.

Der Geissfuss, auch Aegopodium podagraria getauft, entstand unter dem Aspekt, das die dreigeteilte Blattanordnung an einen Ziegenfuss erinnert.

Die dreigeteilten Blätter sind ein Merkmal, ebenso hat er einen dreieckigen hohlen Stängel. Beim Naschen tritt sofort ein klassischer aromatischer Geschmack auf. Die  Blätter sind zackig. Deswegen zählt Giersch tatsächlich zu den einfach erkennbaren Pflanzen aus der Umgebung. Natürlich solllte sich jeder mind. 1* erklären lassen, wie so was in der Natur ausschaut und sich sicher fühlen.Wie gesagt, ich habe für diese einfache Form der Pflanze – und evt. genau deswegen – lange gebraucht, um den Giersch bestimmen zu können. Roh schmeckt er ein bisl wie Petersilie. Gekocht erinnert er an Spinat. Und wegen der Doldenblütler und den giftigen Verwechslungen finde ich wichtig, achtsam und mit einem sicheren Gefühl mit der Pflanze umzugehen.

Hier in meiner Umgebung wächst auch viel Giersch. Er ist ziemlich anspruchslos und wächst hier und da an Wegesrändern, an Hecken, in der Nähe von Bäumen, im Wald. Er mags auch gerne etwas schattig und feucht.

Giersch schenkt uns Vitamine, Spurenelemente und blutbildendes Eisen. In der Küche kann er als Spinatersatz gut verwendet werden, in Salaten oder im Pesto z.B. Oder wie wäre es mal mit einer Gierschpizza oder einem Quiche?!Im fortgeschrittenen Stadium schmeckt er dann etwas intensiver, bekommt auch härtere Stengel, so das er dann besser gekocht wird oder in Suppen mit verwendet wird.

Ich lese überall, das er Giersch einer der Ältesten hierzulande ist und wahrscheinlich schon in der Steinzeit von den Menschen verzehrt wurde.

Ich mag den Aspekt, das wie gesagt, viele Gärtner versuchen, den Giersch vergeblich auszurotten. Selbst die übelsten Chemiekeulen a la Glyphosat und Co kommen nicht gegen diese rebellische Pflanze an. Das macht sie gerade zu sympathisch 🙂 Zu wissen, wofür Pflanzen in diesem Ausmaß da sind, ist ein wahres Geschenk. Ähnlich verhält es sich mit der Brennnessel, die mittlerweile ihren heiligen Platz in meinem Garten bekommen hat.

Giersch mit seiner ebenso großen Heilkraft ist ein Frühlingswecker, der unseren Stoffwechsel auf Touren bringt. Er wirkt entsäuernd und gleichzeitig basisch, er leitet über die Harnorgane alte Schlacken aus. Auch die Harnsäure wird ausgeleitet, deswegen setzt man ihn bei Gicht ein. Grünes Chlorophyll macht das Pflänzchen zu einem Allrounder, der als frische Haus- und Hofapotheke dient. Es können auch Kompressen auf Stellen, die schmerzen oder wo Wunden entstanden sind, aufgelegt werden. Auch bei Insektenstichen anwendbar.

So ein richtig grüner Smoothie mit Giersch….woooow. Oder man kann auch eine Limonade mit ihm kreieren.

Letztes Jahr zu Ostern habe ich einen Beitrag geschrieben, in dem ich eine ausprobierte Suppe mit Rezept vorschlage, wo auch der Giersch seine Berechtigung bekommt:

https://sinnsinnesinnlichkeit.blog/2017/04/16/ostera/

Welcome * liebes Pflänzchen! Schön, das es Dich gibt.

geissfuss

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