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Die Mistel

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Ich freue mich, die Mistel ins Visier zu nehmen.

Sie wächst hier um meinem Wohnort herum an vielen alten Apfelbäumen. Jedes Jahr, wenn es Winter wird und die Blätter der Bäume gefallen sind, zeigen sie sich in ihrer runden immergrünen Daseinsform.

Die Mistel ist umwoben von alten Geschichten und Mythen.

Doch vorerst -ganz nüchtern- gilt: Die Mistel ist ein Halbschmarotzer und ernährt sich von dem Wasser und Nährstoffen des jeweiligen Baumes.

Die Mistel gehört tatsächlich in die Familie der Sandelholzgewächse. Es gibt viele verschiedene Mistelsorten, die hier, aber auch in tropischen Gegenden wachsen.

Andere Namen der Mistel sind: Donnerbesen, Druidenfuß, Hexenbesen, Hexenkraut, Wintergrün, usw.

Die weißen Beeren entwickeln sich erst in der Winterzeit.

Die Mistel an der Türschwelle aufgehangen, bringt Glück oder schützt das Eigenheim vor Gefahren. Auch während der Weihnachtszeit ist sie ein dekoratives glücksverheißendes Symbol. Dann gibt es das Klischee, das zwei Verliebte unterm Mistelzweig sich küssend ein Leben lang „vermählen“ oder es resultiert aus der Annahme, das Misteln ein Friedenszeichen waren, was auf eine skandinavische Geschichte zurückführt.

Mistel zu Hause an der Türe aufgehangen – macht frei von Konventionen – .

Genauso hat die Mistel immer wieder ambivalente Ansichten verkörpert. Einerseits eine Pflanze, die ohne Bodenkontakt auskommt und somit den himmlischen Sphären zugeordnet wird, gleichzeitig eine heidnische Pflanze, die dann durch die Kirche verurteilt wurde und somit in ihrem Schmarotzertum mit negativen Assoziationen besetzt wurde.

Für die Druiden war sie die heiligste Pflanze – überhaupt- .

oljo-liagi – bedeutet im Keltischen – Allesheiler – . Insbesondere wenn Misteln auf einer Eiche wuchsen, war dies von hoher Bedeutsamkeit. Druiden behandelten sie wie eine Zauberpflanze. Achtsam wurde in einer Prozession unterstützt durch zwei Stiere die Pflanze mit einer goldenen Sichel  vom Baum geholt. Die Mistel durfte dabei niemals den Boden berühren.

Sammelrituale waren nur zu bestimmten Anlässen z.B. der Wintersonnenwende (abgestimmt auf die Mondphase) erlaubt.

Auch die Germanen glaubten an die Zauberkraft der Mistel.

Storl schreibt über die Mistel:

Jedes Ritual ist ein Mysteriendrama. Ein übersinnliches, numinoses Geschehen wird dabei nicht nur sichtbar dargestellt, es wird auch das Erwünschte magisch bewirkt. Für das Ritual der Fruchtbarkeit ist kaum eine andere Pflanze so geeignet wie dieses zwischen Himmel und Erde angesiedelte, dem Jahresrhythmus enthobene elfische Gewächs. Wie der Tau, der weder vom Himmel herabregnet noch aus dem Boden hervorquillt, ist die Mistel ein „Zwischending“. Sie gehört ebenso zur Kategorie des Magischen wie der Moment zwischen Wachen und Schlafen, zwischen Tag und Nacht oder wie die chaotische Zeitspanne, in der eine Jahreszeit in die andere übergeht oder eine Herrschaftsordnung eine andere ablöst. Die Mistel ermöglicht das zauberische Handhaben des Zwischenraums, des Chaos, in dem alles möglich, aber nichts fixiert ist. An der Nahtstelle zwischen Leben und Tod, am Tor zwischen der einen und der anderen Jahreshälfte nimmt diese Pflanze, die „weder Baum noch Kraut“ ist, ihre Stelle als Todes- und Fruchtbarkeitsbringerin ein. Sie ist das magische Reis, das die Pforten der Unterwelt öffnet; sie ist der Gabelzweig, mit dem Hermes, der griechische Schamanengott, die Schwelle zum Jenseits überschreitet, der goldene Zweig, mit dem der trojanische Held Äneas das Reich der Persephone betrat. Persephone ist die Erdmutter (wie Frau Holle oder Morrigan), welche die Toten in ihren Schoß aufnimmt; sie ist die große Gebärerin, die die Seelen der Menschen, Tiere und Pflanzen hütet und dann wieder in die diesseitige Wiedergeburt entlässt. Die Mistel ist sozusagen der Schlüssel zu ihrem Reich.“

Bei den Römern wurde Vogelleim aus den klebrigen weißen Beeren hergestellt.

Medizinisch sind Misteln bekannt durch ihre immunstärkenden Eigenschaften – bei Krebserkrankungen, nach schweren Infektionen. Ebenso einsetzbar bei Bluthochdruck und um die Nerven zu beruhigen.

Misteltee soll im Kaltauszug hergestellt werden, weil die Mistel leicht giftig ist und dadurch entsprechende Inhaltsstoffe im kalten Wasser nicht wirken. Genauso gibt es Mistelpräparate, die besser dosiert werden können. Da nehme ich lieber die Mistelzweige und hänge sie an die Türschwelle. Oder ich verräucher Mistel. Und bin umnebelt von schönen höheren Schwingungen.

Und!!! die einzelnen Blattanordnungen sehen wirklich wie kleine Engel aus. Sehr schön anzuschauen.

Und dann hab ich noch ein schönes Rezept aus der Schweiz gefunden:

Mistelbeeren-Beruhigungs-Honig ( http://www.factorey.ch/Heilen/mistel.htm )

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